So inzwischen ist eine Menge passiert.

 

Nach meiner OP im Dezember dauerte die Genesung leider etwas länger als erhofft und mein geplanter Einstieg ins Training war leider nicht der 7.1. sondern leider erst der 2.2. im Warmwasserlehrgang in Stuart / Florida!

 

Nur mit Marcus Groß als einzigen weiteren Berliner galt es hier die ersten Grundlagen für die nacholympische Saison 2013 zu legen.

Neben vielen Kilometern auf dem Wasser war dieses  dreiwöchige Trainingslager durch Aktionen wie Go-Kart fahren, Airboot fahren oder einer ausgelassenen Stunde auf einer Shooting Ranch, eines der angenehmsten und abwechslungsreichsten Grundlagenlehrgänge die ich bisher mitgemacht habe.

 

Nach nur drei Tagen Verschnaufpause ging es in das nächste  dreiwöchige Trainingslager des Deutschen Kanu-Verbandes nach Portugal.

Leider mit einem schlechten Start. Nur nach einem Tag Training musste ich wegen einer Verletzung am rechten Unterarm eine Woche aussetzen. Nebst 2 mal täglicher Physiotherapie und allgemein athletischem Training hieß es Mut zur Pause bekennen.

Mit verheiltem Arm konnte ich nach  fünf Tagen wieder in den normalen Trainingsalltag einsteigen.  Es war eines der härtesten und belastensten Trainingslager. Umfänge und Probleme zu Hause machten vieles nicht einfacher. Aber schließlich kann man Frust bekanntlich  am Besten auf dem Wasser lassen und ich konnte jede Einheit der letzten zwei Wochen mit leben füllen und komplett durchziehen!

Der Grundstein war Gelegt!

 

Nach weiteren Vorbereitungen im heimischen Grünau und im Bundesleistungszentrum Kienbaum galt es auf der ersten nationalen Qualifikation in Duisburg sich über die Überdistanz 2000m und die Unterdistanz 250m zu Behaupten. Die 2000m liefen gewohnt zäh und ich konnte dort einen 11. Platz machen. Zugegeben, ich wollte unter die Top 10 aber mehr war halt nicht drin.

Über die 250m konnte ich den 2. Platz belegen. Hinter unserem neuem K1 Fahrer über die 200m Tom Liebscher (also keine Schande ;) ) und vor meinem berliner Teamkameraden Marcus Groß.

 

Drei Wochen später ging es dann über die olympische Distanz 1000m und die 500m Strecke ums Eingemachte.

Ich hatte leider schon in der Vorbereitungszeit (die ausgesprochen vielversprechend verlief) zu Hause hin und wieder mit meinem rechten Unterarm zu kämpfen und so war ich über die 1000m mit einem 5. Platz mit angeschlagenem Unterarm sehr zufrieden.

Noch besser lief es wieder über die kürzeren 500m wo ich wieder den 2. Platz belegen konnte. Wieder hinter unserem Sprinter Tom Liebscher und vor Marcus Groß.

 

Mit Gesammtrangplatz 3. hinter Max Hoff aus Essen und Marcus Groß in die Vorbereitung auf den Weltcup in Racice / Tschechien.

 

Nach vielem Rumprobieren und einigen Messbootfahrten stand also für den Weltcup der K4 über die 1000m auf dem Programm.

Zusammen mit Martin Hollstein (Neubrandenburg), Kai Spenner (Essen) und meinem berliner Teamkollegen Robert Gleinert konnten wir nach einem gewonnen Vorlauf die bronze Medaille nach Hause fahren. Ein gelungener Auftakt für ein komplett neu formiertes Boot!

 

5. Platz auf den Europameisterschaften in Portugal!

 

Aufgrund dieser Leistungen entschied man sich dafür keine weiteren Weltcups zu fahren sondern zuhause etwas Luft ranzulassen und sich dann wieder vor der Europameisterschaft zu treffen, um dieses dann zusammen Vorzubereiten.

Gesagt, getan und über Düsseldorf und Frankfurt Main sollte es dann nach Porto gehen.

Problematischer weise streikten die Fluglotsen in Frankreich, sodass wir teilweise über Rom ausweichen mussten um französischen Luftraum zu meiden. Also kurzer Pizzasnack-Stop in Rom und weiter nach Lissabon anstatt nach Porto. Alles in allem wurde aus einer gemütlichen Vormittagsreise ein 22 Stunden Desaster.

Traumhafte Bedingungen für einen Start bei Europameisterschaften. Aber andere Länder sollte es ähnlich hart treffen wie uns. Cést la vie.

Mit Seitenwind und einem eher weniger optimalen Rennen wurden wir 5.

Ernüchternd. Aber „es sind ja noch knappt 10 Wochen bis zur WM“. Klasse trost. Aber nicht ganz falsch.

 

In so langer zeit kann man prima wieder von vorne mit grundlagen Trainingslagern anfangen. Yippie!

 

Berlin, Grundlagenlehrgang in Kienbaum, Berlin und wieder „Unmittelbare Wettkampfvorbereitung“ in Kienbaum.

Wie kurz man doch zehn Wochen auf dem Papier zusammenfassen kann.

Wir sind also gepaddelt, gejoggt, gehantelt, gespielt, gesprintet, haben uns ausgekotzt, und Blut und Wasser geschwitzt um nun vor heimischem Publikum unser bestes zugeben.

 

Wir freuen uns auf Euch

 

Im Namen des deutschen Männervierers

 

Euer Kostja